Wie der Wandel von der Konfrontation mit realen Bedrohungen hin zur ständigen Bewältigung eventueller Risiken in der neoliberalen Risikogesellschaft mit versteckten Formen moderner Sklaverei zusammenhängt (Audiokurs)

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Im aktuellen juristischen und gesellschaftspolitischen Diskurs vollzieht sich ein paradigmatischer Wandel von der Konfrontation mit greifbaren, realen Bedrohungen hin zum unermüdlichen Umgang mit abstrakten, statistischen Risiken. Diese von Ulrich Beck als „Risikogesellschaft“ bezeichnete Transformation charakterisiert die neoliberale Regierungsführung, in der Unsicherheit zur Ware wird und in der öffentliche und private Rechtsordnungen von Angst, Antizipation und Minderungsstrategien dominiert werden. Dieser Wandel ist jedoch nicht nur semantischer oder administrativer Natur – er hat tiefgreifende Auswirkungen auf die Machtstruktur, die individuelle Handlungsfähigkeit und die grundlegenden Menschenrechte. Zu den düstereren Folgen gehört die Reproduktion und Normalisierung der modernen Sklaverei unter neuen rechtlichen Deckmänteln und wirtschaftlichen Rationalitäten.

Die neoliberale Fixierung auf Risikomanagement im Gegensatz zur direkten Konfrontation mit realen Bedrohungen (wie strukturelle Ungleichheit, Zwangsarbeit und Umweltzerstörung) schafft die rechtlichen und ideologischen Bedingungen, unter denen sich moderne Formen der Sklaverei – prekäre Arbeit, Schuldknechtschaft, Zwangsmigration – unsichtbar und oft mit institutioneller Komplizenschaft ausbreiten können.

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